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Nach gemütlichen Tagen im Standquartier juckte es uns doch schon wieder in den Fingern und so machten wir uns auf, auch die U(e)cker zu erkunden.

Starten wollten wir im Norden Prenzlaus, am Rastplatz beim Zusammenfluss der Ucker mit der Quillow, ab wo ein Vorankommen laut Jübermann-Atlas ohne zu treideln ganzjährig möglich sein sollte. Dort trafen wir auf einen schmales Flüsslein, welches schon noch recht flach und mit etwas Strömung durch die Wiesen mäandert. Die Boote waren schnell gepackt, das Auto fußläufig zwischen Bahnhof und dem Startpunkt geparkt, so konnten wir starten. Paddeln war möglich-zunächst zumindest! Nach einigen Kilometern waren im Uferbereich fleißige Mäharbeiter mit großem Gerät mit der Reduktion des Schilfes beschäftigt. Sicher ist dies notwendig um ein völliges Verkrauten der Ucker zu verhindern, jedoch schwamm zunehmend mehr loses Schilf im Fluss und erschwerte unser Vorankommen kräftig. Die ersehnte Krautsperre ließ auf sich warten und tauchte erst vor dem Ersten Wehr in Nieden auf, wo wir eine etwas längere Umtragerei in Kauf nehmen mussten, denn der Weg zur Ausstiegsstelle war komplett vom Kraut verstopft. Ab da ändert sich die Schreibweise des Flüssleins von Ucker zu Uecker und für uns ging es dahinter deutlich leichter weiter, mit gutem Blick in das sehr klare Wasser und häufiger Sichtung von Fischen und begleitet von vielen Schwanenblumen. Bald schon stand das nächste Wehr an, wo wir eine kleine Bootsgasse hinabfahren konnten um kurze Zeit später an ein ernsthaftes Hindernis zu stoßen: Eine Furt aus Betonplatten, leicht überspült, vor der uns die Karte nicht gewarnt hatte. Ein Abzweig kurz davor lockte mit guter Strömung zu einer eventuellen Umfahrung. Jedoch war nicht herauszufinden, wohin der Abzweig führte. Von mal vorhandenen Schildern standen nur noch die Pfosten. Da es schon recht spät am Tag war, setzten wir an der schlierigen Furt um, und kamen zwei Kilometer später am Wasserwanderrastplatz in Pasewalk an. Dort erfuhren wir, dass ein Umfahren möglich gewesen wäre, die renaturierte Strecke war jedoch deutlich jünger als unsere Karte.

Da es sich von den Fußwegen und den Fahrzeiten anbot, holten wir am kommenden Morgen das Auto per Bahn aus Prenzlau nach, wofür wir keine Stunde benötigten und konnten so ohne Gepäck weiterfahren. Der nächste Streckenabschnitt wurde zudem deutlich breiter und tiefer. Zunächst brachten wir die Kajaks einige hundert Meter auf den Bootswagen zur Einsatzstelle hinter dem Pasewalker Mühlenwehr und kamen einen Kilometer später beim nächsten Wehr mit der ersten Bootsgasse des Tages in Berührung-harmlos! Spannender wurde schon die nächste, bei der wir richtig ins Sausen kamen-juchuu! Die Ufer wurden zunehmend waldiger, was schön anzusehen war und beim Nächsten, renaturierten Wehr bei Liepe, trugen wir mal wieder um. Die dortige Bootsgasse war nicht besonders Bootsschonend zu nutzen. Bei einer ausgiebigen Pause in Torgelow machten wir uns mit der dortigen Umtragemöglichkeit vertraut. Diese führt über privates Gelände und ist wegen randalierender Jugendlicher abgeschlossen. Aber nur wenige Minuten nach einem Anruf kam der zuständige Herr und machte ein Durchqueren möglich. Leider ist die Treidelstrecke der um 2014 angelegten Anlage nur teilweise zu nutzen, im zweiten Abschnitt ist kaum Wasser vorhanden und sie ist sehr zugwachsen, so dass wir einige Zeit beschäftigt waren. Eine interessante Anlage ist das auf jeden Fall.

Ab dann hatten wir freie Fahrt. Vorbei ging es an Eggesin, das nicht direkt an den Ufern der Uecker liegt bis nach: Ueckemünde! Und plötzlich fühlte sich alles ganz maritim an, denn ein Segelboot liegt am nächsten. In dieser nur zweitägigen Reise wandelt sich der Charakter des Gewässers enorm. Gut unterkommen konnten wir beim Yachtclub Ueckermünde, wo für Zelte eine riesige Wiese zur Verfügung steht. Den hübschen Ort erkundeten wir im Anschluss und konnten mit Blick aufs Wasser im Restaurant lecker zu Abend essen.

Bei kräftigem Wind lockte es uns am nächsten Tag noch einmal die letzten knapp zwei Kilometer bis zur Mündung ins Kleine Haff zu fahren und auch auf diesem noch eine Runde zu drehen, bevor wir Abschied nehmen mussten- und bestimmt einmal wiederkommen.

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